Veranstaltungen SJ 2010/11

Begrüßungsfeier für die zukünftigen 5. Klassen im SJ 2011/12

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REAB 2011

Programm

Einmarsch der Schülerinnen und Schüler zur "Fanfare for the common man" (Emerson, Lake & Palmer), gespielt von der Lehrerband

Grußworte der Schulleiterin Frau Grünig

"Lean on me" (Bill Withers), gesungen von Lea-Theresa Herzberger und Carolin Langanki

"River flows in you" (Yiruma), gespielt am Klavier von Maximilian Schlosser

Grußworte des Schulelternsprechers, Herr Winkler und der Vorsitzenden des FÖV, Frau Fauth

"Vom Hugo zum Boss", Klasse 10a

"Die Mathestunde", Klasse 10c

Ansprache der Schülersprecherin Anja Hehl

"Schlagerstyle mit der 10b", Klasse 10b

"A moment like this" (Kelly Clarkson), Klasse 10d

Verleihung der Buchpreise 2011

"Footprints in the sand", gesungen von Regina Herb und Lena Eberle

Vortrag der Klassenlehrer/innen

Ausgabe der Abschlusszeugnisse

Abschlusstanz der 10. Klassen

"Pop-Medley" der 10. Klassen

"Wonderful World" (Sam Cooke), gespielt von der Lehrerband

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15.06.2011

Volleyballturnier der 10. Klassen 2011

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"Star-School": Rheingrafen-Realschule

Aufführung des neuen Musicals an der Rheingrafen-Realschule in Wörrstadt am 25. und 26. März 2011.

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Musicalprobe in der Aula 2011

Große Begeisterung, Gesangs und Tanztalente und Mut zur Darstellung haben die Zuschauer in den letzten Jahren immer wieder erleben dürfen, wenn die Musical AG der Realschule Wörrstadt in die Aula eingeladen hatte. Auch als Rheingrafen-Realschule plus (Pestalozzistraße) wird diese erfolgreiche Tradition fortgesetzt.

Seit Schuljahresbeginn arbeiten die Schüler/innen der Musical AG gemeinsamt mit ihren betreuenden Lehrern Nina Weinard und Jochen Paulokat hart auf die Aufführung hin. Dies ist erwähnenswert, weil alle Beteiligten trotz ihrer Begeisterung für das Musical den Unterricht nicht vergessen.

Die diesjährigen Aufführungen finden am Freitag, 25.03. und Samstag den 26.03.2011 jeweils um 19:00 Uhr in der Aula statt. Um möglichst vielen künftigen "Stars" den Auftritt zu ermöglichen, wird die Besetzung wechseln. Auch dieses Mal stammt das Musical aus der Feder von Jochen Paulokat, der sicherlich wieder wie auch bereits mit "Shoes" im vergangenen Jahr ein gelungenes Konzept entwickelt hat.

Um was geht es? Ein Star zu sein - die Welt zu begeistern - der Traum eines jeden Jugendlichen. Die Star-School macht diesen Traum wahr, doch zu welchem Preis? Das Musical erzählt die Geschichte von Lina und ihren Freundinnen, die sich auf den Weg machen ein Star zu werden. Nicht immer ein einfacher Weg, nein, meist sogar ein sehr, sehr harter Weg.

Sicherlich könnte dies auch der neue Star am deutschen Schlagerhimmel Helene Fischer bestätigen, die als Schülerin ihre ersten Schritte auf der Bühne der Realschule Wörrstadt getan hat.

Im nächsten Schuljahr wird die Musical AG künstlerische Fachverstärkung bekommen. "Darstellendes Spiel" wird neben den weiteren neuen Wahlpflichtfächern "Technik und Naturwissenschaft", "Hauswirtschaft und Soziales", "Wirtschaft und Verwaltung" und Französisch ab Klasse 7 unterrichtet werden.

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Informationsveranstaltung der Polizei für die 5. Klassen

Polizei in der Rheingrafen-Realschule plus vom 24.01. - 28.01.2011

Herr Schweigert und Herr Lamm, Polizeibeamte  aus Wörrstadt, informierten die Schüler/innen über Straftaten rund um das Handy, Diebstahl (u.a. Fahrradregistrierung bei der Polizei), Straftaten rund um das Internet, Nutzungshinweise bzw. den Jugendschutzfilter für den Computer (www.jugendschutz.net).

Die Polizisten klärten im Unterrichtsgespräch auch den allgemeinen "Gewaltbegriff" (körperlich/psychisch). Zu diesem Thema gehörte auch der Bereich der Beleidigung, der Körperverletzung und Notwehr. Ebenfalls wurde an Beispielen aufgeklärt, wie man sich als Zeuge oder Opfer bei einer Straftat verhalten soll.

Ganz besonders spannend war, dass die Beamten nicht nur uniformiert waren, sondern auch verschiedene Einsatzmittel der Polizei zeigten. So wurde z.B. gezeigt, welcher Kraft ein Schutzschild der Polizei (bei Demonstrationen z.B.) standhält, welche Schutzkleidung man tragen muss usw. Auf den Fotos bekommt man dazu einen kleinen Eindruck. Das Anprobieren und Anfassen der Schutzkleidung bzw. Einsatzmittel war ein großes Highlight und hat viel Spaß gemacht!

Ein großes Dankeschön an die beiden Beamten  - im Namen aller 5. Klassen!

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20.11.2010

Tag der offenen Tür 2010/11

Am Samstag, 20. November 2010, öffnete die Rheingrafen-Realschule plus in Wörrstadt ihre Türen, um ihr Konzept, ihr Bildungsangebot und die Lernatmosphäre den Eltern und Schülern/Innen der Grundschulen für das Schuljahr 2011/12 näher zu bringen. Der Besucherandrang war sehr groß und durch die reibungslose Zusammenarbeit von Schülern/Innen, Lehrern/Innen, Schulelternbeirat, Förderverein und Schulleitung konnten alle Besucher bestens betreut und informiert werden.

Die Kreativität der Fachgruppen und Arbeitsgemeinschaften, die sich mit Unterricht, Aufführungen, Experimenten, Präsentationen und Dokumentationen vorstellten, war bemerkenswert. Die Eltern der Viertklässler hatten die Gelegenheit, viele verschiedene Unterrichtsangebote in Haupt- und Nebenfächern zu besuchen. Die umfassende Darstellung aller Schulaktivitäten, Stellwände mit Bildern, Projekt- und Versuchsaufbauten in Physik, Chemie und Biologie, die Bibliothek und das Tonstudio - wurden interessiert bewundert und haben gezeigt, dass der Aktivitätsbereich von Schülerschaft und Kollegium weit über den Unterricht hinausgeht und Lernen über Fächergrenzen hinweg stattfindet.

In den Pausen zeigten die Schülerinnen und Schüler Beispiele ihrer musischen und tänzerischen Fähigkeiten. Lieder des Unterstufenchors sowie Kostproben aus dem neuen Musical begeisterten die Zuschauer.

Über Details der Schulorganisation, Stundentafel und schulspezifischen Angeboten informierte Schulleiterin Sigrid Grünig die Eltern. In der Orientierungsstufe werden alle Kinder gemeinsam im Klassenverband unterrichtet. Differenzierung findet nur innerhalb der Lerngruppen statt, ab der Klassenstufe 7 findet eine Differenzierung in abschlussbezogenen Klassen statt. Das bedeutet, dass die Kinder entsprechend ihres Leistungsstandes entweder dem Bildungsgang der Berufsreife - Abschluss Berufsreife oder dem Bildungsgang der Realschule - Abschluss Sekundarstufe I (Mittlere Reife) zugeordnet werden und sich somit wieder in homogenen Lerngruppen befinden. Die Durchlässigkeit zwischen den beiden Bildungsgängen unter einem Dach ist gesichert und gewährleistet damit bessere Bildungschancen. Zudem beantragt die Rheingrafen-Realschule plus beim Schulträger die Errichtung einer Fachoberschule, die zum Abschluss der Fachhochschulreife führt.

Auch die Elternvertreter und der Förderverein der Schule hießen willkommen und warben für ihre Arbeit, ohne die Schule heute nicht mehr existieren kann. Die 10. Klassen sorgten in bewährter Weise mit Kuchenbuffet, Hot Dogs, Kaffee, und Getränken für das leibliche Wohl der Besucher. Ein gelungener Einblick in Schule!

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Basketballturnier der 8. Klassen am Tag der offenen Tür 2011

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12.11.2010

"Schule und Wirtschaft im Dialog" zum fünften Mal an der Rheingrafen-Realschule plus

Wieder trafen sich in der Rheingrafen-Realschule plus in Wörrstadt Firmenvertreter mit Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen.

Realschule plus will neben zahlreichen anderen Zielsetzungen auch eine allgemeine Orientierung auf die Berufs- und Arbeitswelt vermitteln. Sie soll Schülern konkrete Erfahrungen und Orientierungshilfen ermöglichen, mit denen sie sich sachkompetent für Ausbildungswege entscheiden können. Hierbei ist eine enge Kooperation zwischen der Realschule plus, den Betrieben und der Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit unverzichtbar. Schule muss sich den praxisorientierten Anforderungen stellen und einen intensiven Kontakt mit der Wirtschaft herstellen.

Vertreter der Firmen Lufthansa Technik AERO Alzey, Aldi Süd, juwi Holding AG, THIMM Display und des VW-Autohauses Fleischhauer, sowie der Volksbank Alzey-Worms, der Barmer Ersatzkasse, der Kreisverwaltung Alzey-Worms, der Polizei Worms, der Kindertagesstätte Vendersheim und der Industrielehrwerkstatt Mainz waren in die Schule gekommen, um Berufsbilder vorzustellen, Schülern kompetent Auskunft zu erteilen und Tipps zu Berufsorientierung, Bewerbungsverhalten und Vorstellungsgesprächen zu geben. Die Bundesagentur für Arbeit ermöglichte es den Schüler/innen in Realsituation Einstellungstests auszufüllen. Über weiterführende schulische Möglichkeiten nach der 10. Klasse informierte das Aufbaugymnasium Alzey.

Nach Begrüßung durch Schulleiterin Sigrid Grünig konnte es losgehen: 13 Klassenräume waren mit maximal 12 Sitzplätzen ausgestattet. Pro Gesprächsrunde waren 30 min angesetzt, so dass Schüler und Referenten einen intensiven Dialog führen konnten und jeder Schüler die Möglichkeit hatte, an drei Gesprächsrunden teilzunehmen. Alle Beteiligten waren sich wieder über den Erfolg des gelungenen Konzeptes einig.

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Verkehrserziehung für die Fünftklässler 2010

Am Donnerstag, 23.09.2010 und am Freitag, 24.09.2010 nahmen die neuen fünften Klassen der Rheingrafen Realschule plus Wörrstadt an einem vom ADAC durchgeführten 90-minütigen Verkehrssicherheitstraining teil.

Auf dem abgesperrten Busbahnhofgelände vor der IGS Wörrstadt wurden die Kinder durch Experimente aktiv ins Geschehen eingebunden: Sie durchliefen einen Parcours und testeten so die Unterschiede zwischen Reaktionsweg, Bremsweg und Anhalteweg. Außerdem erarbeiteten sie Gründe, die einen Bremsweg weiter verlängern können. Höhepunkt des Vormittags war das Austesten von Kräften, die in einem Fahrzeug auf die Insassen wirken können: Der Ausbilder führte mit Dreiergruppen von Schülerinnen und Schülern eine Vollbremsung bei 30 km/h durch - ein bleibendes Erlebnis für die Kinder.

Der Vormittag wurde abgerundet, indem die Kinder eine schriftliche Nachbereitung im Klassenleiterunterricht durchführten.

Sascha Meeth (Klassenlehrer 5d)

 

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Feierstunde zur offiziellen Namensgebung "Rheingrafen-Realschule plus"

10.09.2010. Landrat Görisch überreichte Urkunde

Mit der Umwandlung der Realschule Wörrstadt in eine Realschule plus in kooperativer Form stand eine Namensgebung der Schule an. Das Adelsgeschlecht der Rheingrafen sollte es sein, ein wichtiger Bestandteil der Wörrstädter Geschichte und mehrheitlich von Schülern, Eltern und Lehrern gewünscht. Nun ist es offiziell: Landrat Ernst Walter Görisch überreichte Schulleiterin Sigrid Grünig die Urkunde während einer Feierstunde, die von Schülern und Lehrern gestaltet wurde.

Sigrid Grünig dankte dem Kollegium und allen am Schulleben beteiligten Gruppen für die Unterstützung und das Engagement. Ein Name solle auch Identität geben und visualisiert werden. Dies führte zu einem neuen einprägsamen Logo, das Altes mit Neuem verbindet, ein Wappen mit einem modernen Schriftzug. Namensplakate am Schuleingang und in der Aula wurden angebracht, Briefpapier gedruckt und eine neue Homepage in den Farben des Logos erstellt. Besonderer Dank galt an dieser Stelle dem Vorsitzenden des SEB, Ralf Winkler, der sehr rührig war und bei Thimm Display GmbH in Wörrstadt kreative Mitstreiter und Gönner gefunden hatte.

Sigrid Grünig skizzierte den Weg von der Verkündung der Schulreform durch Bildungsministerin Doris Ahnen im Oktober 2007 über die vorbereitende organisatorische und pädagogische Umgestaltung der Orientierungsstufe bis zur Umbenennung und dem Start als kooperative Realschule plus in diesem Schuljahr. Nach der Beschlussfassung der Namensgebung durch den Kreistag des Landkreises Alzey-Worms feierte die Realschule Wörrstadt bereits am 19. Juni 2010 ein großes mittelalterliches Sommerfest. In die Schar der Besucher des Festes reihte sich Verbandsbürgermeister Markus Conrad ein und hatte die Idee, im Rahmen des seit 2004 stattfindenden Unternehmerforums der Verbandsgemeinde Wörrstadt die Veranstaltung in diesem Jahr zum Thema FOS (Fachoberschule) am 27. Oktober 2010 in der Aula der Schule durchzuführen.

Im weiteren Verlauf der Feierstunde betonte Landrat Ernst Görisch, dass sich die Schule seit ihren Anfängen ein großes Ansehen in der Öffentlichkeit erarbeitet habe. Es sei in Zukunft für die Schule wichtig, sich weiterhin in Richtung Wirtschaft auszurichten. Der Landkreis werde weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, um die durch die Reform gesteckten Ziele erreichen zu können.

Im Anschluss an die Verleihung der Urkunde durch Landrat Ernst Görisch erklärte Voker Gallé, Kulturbeauftragter der Stadt Worms, den Gästen, wer die Rheingrafen waren, was sie in Wörrstadt machten und wo sich noch ihre Spuren finden lassen. Er schlug vor, das Thema im Unterricht aufzugreifen, zum Beispiel zu erforschen, wo die Steine des ehemaligen Schlosses verbaut worden sind oder am alten Spiesheimer Weg die muldenartige Vertiefung zu untersuchen, die noch auf alte Kelleranlagen schließen lasse. Es böten sich viele Möglichkeiten, so Volker Gallé, den Namen auch in schulischen Veranstaltungen als Thema aufzugreifen.

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Rede von Herrn Volker Gallé, Kulturbeauftragter der Stadt Worms

anlässlich der Namensgebung der Rheingrafen-Realschule plus - Kooperative Realschule, Wörrstadt

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

wenn man ins örtliche Telefonbuch von Wörrstadt schaut, findet man zwar viermal den Nachnamen Graf, aber keinen Rheingrafen. Auf dem Stadtplan von Wörrstadt findet man zwar einen Schlossweg, aber kein Schloss. Warum also heißt die Realschule jetzt Rheingrafen-Realschule?

Wenn man darauf eine Antwort sucht, geht man am besten erst mal in die ev. Laurentiuskirche in der Pariser Straße. Das ist die erste Kirche rechter Hand, wenn man vom Neunröhrenbrunnen kommt. Sie steht ein bisschen abseits von der Straße. Man betritt das Kirchenschiff von der Seite, der Innenraum ist größer als man von außen denkt, wenn man sieht, wie eines der Fenster sich knapp über die Rundbogentür drängt. Wenn man am Altar vorbei auf die südöstliche Seitenwand zugeht, findet man u. a. ein Denkmal, dessen Inschrift man noch ganz gut lesen kann. Darauf steht:

Hier ruhet die durchlauchtigste Fürstin und Frau

Elisabeth Christine Marianne Wildgräfin zu Dhaun und Kyrburg, Rheingräfin zum Stein, Gräfin zu Salm,

geb. Prinzeß zu Leiningen-Hartenburg,

geb. den 27. Oktober 1754

vermählt den 17. Mai 1768

gest. den 16. Februar 1792.

Da haben wir jetzt zwar keinen Rheingrafen, aber eine Rheingräfin. Sie ist 37 Jahre alt geworden. Als sie vermählt wurde, also als sie verheiratet wurde, denn damals wurden die jungen Leute in Deutschland, vor allem die Adligen, meist von ihren Familien verheiratet und durften sich ihren Lebenspartner nicht selbst aussuchen ? das Ende der Zwangsheirat kam in Deutschland meist erst mit der bürgerlichen Revolution, also nach dem Tod der Rheingräfin -, als sie verheiratet wurde, war sie 13 Jahre alt. Sie stammte aus der alten Adelsfamilie der Leininger Grafen, und zwar aus einer Linie, die seit zwei Jahrhunderten ihren Stammsitz auf der Hardenburg in einem Ortsteil von Bad Dürkheim an der pfälzischen Weinstraße hatte ? heute ist die ehemals mächtige Burg nur noch eine Ruine. Geheiratet hat sie den Rheingrafen Karl Ludwig Wilhelm Theodor, der 1729 in Grumbach am Glan geboren wurde ? das ist ein kleines Dorf im Kreis Kusel, in der alten Welt, wie wir Rheinhessen gerne sagen, also wenn man über Wöllstein immer weiter in die Westpfalz fährt. Im Mittelalter war das Dorf einmal eine Stadt und hatte auch ein Schloss, nämlich das der Wild- und Rheingrafen. Karl Ludwig Wilhelm Theodor war bereits 39 Jahre alt, als er mit der 13-jährigen Elisabeth Christine Marianne verheiratet wurde - er war also 26 Jahre älter als das Mädchen. Er starb 1799, mit 70 Jahren. Da war seine junge Frau schon 7 Jahre tot.

Aber wie war das rheingräfliche Paar nach Wörrstadt gekommen? 1750 hatte Carl Ludwig, wie wir ihn jetzt der Kürze halber nennen wollen, von seinen Verwandten in Schloss Dhaun - das liegt wie die Kyrburg an der Nahe bei Kirn - 4/16 des Amtes Wörrstadt und 3/16 des Amtes Flonheim geerbt. Ämter nannte man damals Verwaltungseinheiten, die mehrere Dörfer umfassten. 1788 verlegte er seine Residenz von Grumbach nach Flonheim und gab einem wahrscheinlich französischen Architekten gleichzeitig den Auftrag, in Wörrstadt einen Landsitz zu bauen. Das war das Schloss, von dem der Schlossweg noch erzählt. Es lag südöstlich von Wörrstadt, auf der anderen Seite der ehemaligen Bundesstraße. Die Gewann "Am Schlossberg" erinnert noch daran. Das Schloss war im klassizistischen Stil der Zeit erbaut, d. h. es erinnerte im Baustil an die griechische und römische Antike. Auf einer Zeichnung, die man im Internet auf der Homepage von Wörrstadt finden kann, sieht man einen lang gestreckten, rechteckigen und einstöckigen Bau mit jeweils vier hohen Fenstern links und rechts der Eingangshalle, vor der vier korinthische Säulen ein Vordach tragen.

Kurz bevor die französischen Revolutionstruppen im Juli 1792 Richtung Mainz marschieren und dort mit revolutionär gesinnten Bürgern die erste Republik auf deutschem Boden errichten und den Adel vertreiben, flieht die Rheingräfin Elisabeth Christine nach Mainz, wo sie auch stirbt.  Das Schloss wurde von Soldaten geplündert, man vermutet, dass es die adelsfeindlichen Franzosen waren, aber auch Preußen und Österreicher zogen 1793 durch die Landschaft. 1794 besetzten die Franzosen erneut die Landschaft links des Rheins. Diese wurde als Departement Mont-Tonnere (Donnersberg) später Teil des französischen Staates. Ab 1803 wurden die ehemals adligen und kirchlichen Güter von der französischen Regierung zum nationalen Besitz erklärt, also enteignet und versteigert. Dabei wurde auch das bereits geplünderte rheingräfliche Schloss in Wörrstadt versteigert und abgerissen, um die Steine beim Hausbau in Wörrstadt verwenden zu können. Es könnte also gut sein, dass sich in Häusern und Scheunen, die nach 1792 in Wörrstadt gebaut wurden noch Steine vom alten Schloss befinden. Da gibt es z. B. ein spätbarockes Fachwerkhaus in der Hermannstraße, das um 1800 gebaut wurde, oder das Gasthaus "Zum goldenen Löwen" in der Pariser Straße, das von 1798 stammt, oder der ehemalige Posthof, ebenfalls in der Pariser Straße, der 1807 gebaut wurde. Man weiß jedenfalls, dass im Neunröhrenbrunnen, der zwar von 1608 stammt, aber 1815 erneuert wurde, Bauteile aus dem Schloss verbaut wurden. Man nennt das Spolien, von lat. spolium, Beute, Raub, dem Feind Abgenommenes. Auch als die Franzosen 1816 abziehen mussten und die Landschaft zu Hessen-Darmstadt kam, gaben die Rheinhessen ihren neu gewonnenen Besitz und ihre neu gewonnenen Rechte nicht wieder zurück. Auch die Spolien blieben in den Bürgerbauten verbaut und kein neues Schloss wurde errichtet. Die Tochter der Rheingräfin Elisabeth Christine hat ihrer Mutter in all den Wirren der Zeit das Denkmal in der Laurentiuskirche gestiftet.

Sonst würde so gut wie gar nichts mehr an die Rheingrafen in Wörrstadt erinnern. Vielleicht kann ja einmal ein Geschichtskurs der Rheingrafenschule die noch offenen Fragen erforschen: Wo überall gibt es Steine vom Schloss? Wer war der Baumeister? Woran ist die Rheingräfin gestorben? Wie hieß ihre Tochter? Wer hat das Schloss wann geplündert? Ein Name ist ja immer auch ein wenig Verpflichtung.

Aber es geht natürlich auch weniger wissenschaftlich: Rokokotänze und Gartenfeste, revolutionäre Umzüge, Sitzungen von Jakobinerclubs, Familienstreit um Zwangsheiraten ? die Literatur- und Kulturgeschichte gibt viele Anlässe, aus der Zeit der Rheingrafen und der Franzosen Theater, Konzerte, Lesungen, Feste u. v. m. zu inszenieren. Das würde den neuen Namen der Schule zum Klingen bringen.

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Rheingrafen-Realschule plus und FOS

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